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Allgäuer Zeitung

Dienstag, 9. Februar 2010
Eberl Medien GmbH & Co. KG
Unabhängige Tageszeitung für das Oberallgäu und Kleinwalsertal
27.09.2000

Der zarte Keim des Tobens

Von Christine Kindt
Sonthofen Obwohl sie nach eigenem Bekenntnis keine Zigeuner sind, hat die Begeisterung für deren Musik sie zusammen geführt: den in Sibirien geborenen Vadim Koulitskij, ein Meister auf der Gitarre, und den aus der Ukraine stammenden Violinisten Oleksandr Klimas, der dem Partner auf seinem Instrument nicht nachsteht. Jetzt waren die Zwei als Gruppe „Talisman“ in einem Konzert in der Kulturwerkstatt in Sonthofen zu hören. Exotischer Reiz, viel Gefühl und mitreißendes Temperament kennzeichnet die durch die verschiedenen, vom jeweiligen Gastland der Zigeuner im Stil geprägte Musik. Verschmolzen mit Elementen aus der Klassik, dem Jazz, Rock, Flamenco, aus dem orientalischen und avantgardistischen Stil bietet sie den Musikern die Möglichkeit, virtuoses Können zu zeigen – was die Beiden genussvoll ausnützen. Entlockt Oleksandr Klimas seiner oft mit rasendem Tempo gestrichenen Geige durch Zupfen, Hämmern und ähnlichem die verschiedensten Töne, wechselt auch Vadim Koulitskij rasant die Klangmöglickeiten seines Instrumentes, das meist den Rhythmus vorgibt. Weisen, die anfangs zart und sehnsüchtig beginnen, lassen die Beiden in ekstatischem Sturm gipfeln, zarte, süße Melodien steigern sich zu wildem Toben. Die Lieder sind oft von Beiden selbst geschrieben oder für ihre Instrumente selbst arrangiert. Bekannte Titel wie „Schwarze Augen“ ode der Ungarische Tanz Nr. 5 von Johannes Brahms sind eher selten. Ihre musikalische Reise beginnt in Russland, geht über Ungarn und Indien nach Spanien. Die Geschichte eines traurigen Pferdes wird in stampfendem Rhythmus, mit quietschenden, heulenden Tönen erzählt, eine Improvisation über einen „Vogel im Regen“ imitiert Windesrauschen und liebliches, hohes Vogelzwitschern. Zu Gast bei Sean Connery Ein „Flamenco“ lässt spanisches Temperament mit dem der Zigeuner verschmelzen und führt mit von der Gitarre imitierten Castagnetten und feuriger Violine zu atemberaubenden Rhythmen. Der „Tschardasch Monti“ beginnt mit einem gekonnten Violinsolo, das wie eine Kadenz mit brillanten Passagen aufwartet, um dann in einem koketten Zwiegespräch mit überraschenden Zwischentönen weiter zu führen. Orientalischen Zauber entfaltet eine Improvisation, die Elemente des Raga zeigt und in der man die perlenden Töne der Sitar zu hören glaubt. Vadim Koulitskij hat auf dem Musikkolleg und auf der Musikakademie in Moskau seine Ausbildung auf der klassischen Gitarre erhalten und bereits mit so bedeutenden Künstlern wie dem Violinisten Gidon Kremer und dem Sitarspieler Ravi Shankar gearbeitet. Oleksandr Klimas hat mit sieben Jahren Violine gelernt und seine Fähigkeiten an der Fachschule für Musik in Kirovograd und am Augsburger Leopold-Mozart-Konservatorium vervollständigt. Erst seit kurzer Zeit spielen die Zwei zusammen, doch ist ihr Ruf schon bis nach London gedrungen. Sean Connery engagierte sie kürzli

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